Tierkinder aus dem Walde
Banni
Banni war ein ganz kleines Kaninchen. Wie die meisten Kaninchen hatte er
sehr viele Brüderchen und Schwesterchen. Ihre lange Ohren waren weich wie
Samt, und ihr kurzer weisser Schwanz sah aus, als ob er aus Watte wäre.
Aber kein Schwanz ist so weiss wie meiner," prahlte Banni. Dann schalt seine
Mutter ihn, weil er so eingebildet war, und sie schickte ihn fort zum Spielen.
Banni war jedoch gewaltig stolz auf seinen Schwanz. Wenn er mit den Brüdern
Verstecken spielte, fanden sie ihn immer gleich, weil sein Schwanz noch zu
sehen war. Wenn er in eine Pfütze geraten war, lief er nach Hause und bat
seine Mutter, sie solle ihm den hübschen Schwanz waschen.
Am schlimmsten war, dass Banni sich beim Spazierenhüpfen dauernd
umschaute, um nachzusehen, ob sein Schwanz auch noch da war. Dabei stiess
er einmal so heftig gegen einen Baum, dass ein kleiner Vogel aus seinem Nest
fiel.
Piep, Piep," schrie der kleine Vogel. Weshalb passt du nicht auf, wohin
du
rennst! Hör nur, jetzt sind alle meine kleinen Babies aufgewacht."
Banni entschuldigte sich viele Male. Dann hüpfte er fort, so schnell er konnte.
Gib acht," rief ein Wiesel, das gerade geschlafen hatte, Du hättest mich
fast
getreten."
Oh, verzeih bitte," sagte Banni. Ich habe eben meinen Schwanz bewundert.
Hast du schon jemals etwas so Weiches und Weisses gesehen?"
Ich weiss nicht," antwortete das Wiesel und rollte sich wieder zusammen.
Ihr
Kaninchen seht alle eins wie das andere aus. Doch muss ich sagen, du bist das
erste, das mir begegnet, das vorwärts läuft und rückwärts guckt. Geh, und lass
mich schlafen."
Banni hoppelte fort und sah sich fünf Minuten lang nicht nach seinem Schwanz
um. Plötzlich sah er etwas Weisses vor seiner Nase vorüberhuschen.
Oh Gott," rief er. Es ist etwas mit meinem kostbaren Schwanz
passiert."
Er machte sich ganz krumm, damit er genau hinten sehen konnte. Es war alles
in Ordnung. Sein Schwanz war da so weiss und weich wie immer.
Mehr und mehr weisse Flocken flogen vorbei, bis die ganze Erde damit bedeckt
war. Es waren Schneeflocken, und in kurzer Zeit war Banni von lauter Schnee
umgeben, der so weiss war, wie nur irgend etwas weiss sein konnte. Er blickte
sich um und sah wieder nach seinem Schwanz. Welch ein Schreck! Der
Schwanz war fort.
Mein Schwanz, mein hübscher Schwanz," schrie Banni und hüpfte so schnell
es ging zu seiner Mutter nach Hause. Mutter," schrie er. Mutter, mein
Schwanz ich kann ihn nicht mehr sehen. Wo ist er?"
Seine Mutter sah nach und lachte: Oh, du dummes kleines Kaninchen. Dein
Schwanz ist da, wo er hingehört, genau hinter dir. Du konntest ihn nur nicht
sehen, weil er genau so weiss ist wie der Schnee. Nun lauf weiter und sei nicht
mehr so dumm!"
REHLEIN
Rehlein schlug die grossen braunen Augen auf und blickte sich um. Es ist Zeit
zum Aufstehen," sagte die Sonne.
Piep, piep, Zeit zum Aufstehen," sagten alle die kleinen Vögel.
Rehlein schnupperte die kühle Morgenluft ein und sagte: Was für ein schöner
Tag! Gerade richtig, um die Welt zu begucken."
Schön," sagte Rehleins Mutter. Aber du musst wieder zu Hause sein, ehe
es
dunkel wird."
Nun zog Rehlein los, um die Welt anzuschauen." Wohin gehst du, Rehlein,"
fragte eine kleine Maus, die auf einem Fliegenpilz sass.
Ich will die Welt anschauen," antwortete Rehlein und wackelte mit dem
Schwanz. Meine Beine sind nicht so lang wie deine, sonst würde ich mit dir
kommen," sagte die Maus.
Die Sonne stieg immer höher am Himmel hinauf. Alle Tiere im Walde waren
fleissig bei der Arbeit. Rehlein sah eine Ameise, die ein ganz grosses Ei trug.
Weshalb trägst du das Ei," fragte es.
Es ist mein Beruf," sagte die Ameise. Gib acht, du stehst mir im
Wege."
Da liess Rehlein die Ameise allein, die sich mit ihrem Ei abschleppte.
Ein kleiner Dachsjunge steckte den Kopf aus seinem Loch in der Erde, als
Rehlein vorbei kam.
Hallo," sagte der Dachs. Kannst du mit deinen langen Beinen eigentlich
laufen?"
Natürlich," sagte Rehlein und lief ein grosses Stück.
Aber seine Beine waren sehr lang und noch nicht sehr kräftig, deshalb legte
Rehlein sich hin, um auszuruhen.
Ich möchte wissen," dachte es, warum jeder sagt, meine Beine seien so
lang."
Es fühlte sich wieder ganz kräftig und ging weiter. Nun kam es an einen Teich,
im den herum lauter blaue Glockenblumen standen. Ein dicker Frosch sass auf
einer Seerose und quakte ihm zu: Willst du meinen Teich besichtigen?"
Ja, sehr gern," sagte Rehlein. Es stand ganz dicht an der Uferkante und blickte
in das stille Wasser.
Und da sah er sich selbst, ein hübsches junges Rehlein mit ach! zu sehr
langen Beinen.
Aber die Sonne wollte schon ins Bett gehen, und deshalb lief Rehlein schnell
nach Hause zu seiner Mutter.
Nun, hast du die Welt gesehen," fragte sie.
Nicht ganz," sagte Rehlein. Ich habe sehr viel gesehen, aber am
schönsten
war, dass ich mich selbst gesehen habe."
Dann legte Rehlein sich hin und schlief ein, denn es war sehr müde.
FOXI
Foxi war ein kleines Füchslein. Er sah fast wie ein Hündchen aus und hatte
ganz spitze Ohren und eine schwarze, blanke Nase. Und genau wie ein
Hündchen hatte er auch Dummheiten im Kopf. An allem musste er
herumbeissen, sogar am Schwanz seiner Mutter, bis sie ihm einen Klaps mit
der Pfote gab.
Ein Schmetterling war sein Freund. Foxi jagte oft so schnell hinter ihm her, das
er stolperte und sich überkugelte. Dann konnte der Schmetterling vor lauter
Lachen nicht mehr weiterfliegen und musste sich auf eine Blume setzen, um
auszuruhen.
Im Herbst jagte Foxi hinter den Blättern her, aber sie kitzelten ihn an der Nase,
und er musste niesen. Sie raschelten dann so sehr, dass Foxi meinte, sie lachten
ihn aus.
Mitunter spielte ein Eichhörnchen mit ihm. Das hing im Baum und rief: Fang
mich mal!"
Foxi sprang so hoch er konnte, aber das Eichhörnchen war zu flink. Er konnte
es nicht fangen.
Mitunter machte Foxi Wettlaufen, ganz für sich allein. Eins, zwei, drei, los!"
zählte er dann und rannte davon wie der Wind.
Mitunter ärgerte Foxi sich auch. Einmal fand er ein Bäumchen, und als er
merkte, dass er nicht jagen konnte, begann er, daran herumzubeissen.
Ich fresse dich auf," sagte er.
Krach," machte das Bäumchen. Foxi hatte den Stamm durchbissen, und nun
fiel ihm das Bäumchen auf den Kopf. Es tat sehr weh.
Au," sagte Foxi. Das ist aber nicht nett."
Das Bäumchen sagte nichts mehr, und Foxi wollte nun lieber mit jemand
andern spielen.
Ein Himmelsschlüsselchen wollte er auffressen, aber es schmeckte ihm nicht.
Ein kleiner Hamster hatte keine Lust, mit ihm zu spielen, er war zu müde. Und
ein Kaninchen sagte: Ich muss schnell zum Mittagsessen nach Hause."
Aber da kam plötzlich etwas sehr Komisches den Weg entlang.
Es war ganz und gar mit Stacheln bedeckt. Foxi staunte. Das war etwas ganz
Neues. Es war ein Igel.
Fang mich mal," rief Foxi und rannte los. Aber der Igel kümmerte sich nicht
darum.
Foxi kam zurück. Da hatte der Igel sich wie ein Kugel zusammengerollt. Foxi
gab ihm einen Klaps mit der Pfote. Der Igel bewegte sich nicht.
Grrr," machte Foxi. Jetzt fresse ich dich auf." Und er versuchte,
den Igel mit
seinen kleinen scharfen Zähnen zu beissen.
Oh," schrie Foxi. Das ist aber nicht nett." Seine kleine Schnauze
war ganz
voller Stacheln. Und es tat schrecklich weh.
Seitdem beisst Foxi nicht mehr an allem herum, und er will auch niemand
mehr auffressen. Nur Jagen und Fangen spielt er noch für sein Leben gern.
Tierkinder aus dem Walde
Tysk for 7. klasse
Skole-forum.dk
Ingen opgaver til disse tre tekster, men det giver dig som
lærer god anledning til at
gennemgå bøjningen af tillægsord, og til at komme ind på konjunktiv!!!!!