Am Hauptbahnhof


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Am Hauptbahnhof


von

Hugo Walther

Es war einmal
zwei Jungen,
die liebten,
gefährliche Spiele zu spielen.

Ihre Eltern waren
damit gar nicht zufrieden,
denn sie fürchten,
das etwas böses
den Jungen passieren konnte.

Einen frühen Morgen,
wenn die Jungen bereit waren,
zu Schule zu gehen,
sagte Vater:
„Versprecht uns,
dass Ihr hier im Hause
um zwei Uhr wieder seid.
Dann wird Ihre Grossmutter
hier sein,
um ihr ein gutes Essen zu machen.

Die Jungen protestierten,
denn sie hatten Pläne
gerade für diesen Nachmittag.
Sie hatten eine Bombe gemacht,
und sie wollten sie
am Hauptbahnhof absprengen.
Sie wollten Leute erschrecken.
Die Jungen waren berüchtigt
über die ganze Stadt
für ihre Frechheiten.

Auf dem Weg
zur Schule
diskutierten die zwei Brüder,
ob sie wirklich
direkt nach Hause gehen sollten,
oder ob sie
die Bombe absprengen sollten.
Klaus meinte,
dass Grossmutter nichts entdecken wurde,
wenn sie bloss eine halbe Stunde
zu spät kamen.
Heinz hatte eine andere Meinung,
denn er sagte:
„Sie wird es entdecken,
und dann haben wir
wirklich Probleme."

Klaus war aber der,
der alles bestimmte,
und es war ihm leicht,
seinen Bruder zu überreden.

Also nach der Schule:
„Jetzt zum Bahnhof,"
sagte Klaus.
„Ich habe die Bombe
in der Tasche.
Heinz: Richtung Bahnhof!!"

Eine Viertelstunde später
waren sie am Hauptbahnhof,
wo es ganz voll von Leute war.

„Wir gehen zu den Toiletten.
Dort können uns niemand sehen.
Dann wollen wir
einen grossen Knall machen,
und dann laufen wir
durch die Hintertür.
Niemand will uns entdecken."

„Nur Grossmutter," sagte Heinz.
„Ich habe Angst."

Es war niemand zu sehen,
und Klaus machte
die letzte Vorbereitungen.

Dann passierte etwas,
das die Jungen bestimmt nicht
erwartet hatten.
Ein älterer Mann
kam die Treppe hinunter,
und er entdeckte schnell,
was die Jungen wollten.

„Was macht Ihr hier,"
fragte er.

„Was macht man
auf einer Toilette,"
sagte Klaus frech.

„Es sieht aber nicht
so aus mit ihr.
Was habt Ihr da?"

„Eine Tasche
mit unseren Sachen.
Wir sind auf einer Reise."

„Ihr lügt"
Ich habe auch eine Tasche.
Er griff in seine Tasche
und fand eine Sirene
und ein Blaulicht,
das von der Polizei stammte.

Und dann lautete die Sirene,
und das blaue Licht
war so kraftvoll,
dass man es spüren konnte
überall auf dem Bahnhof.
Auch die Sirene war
überall auf dem Bahnhof
zu hören.

Hunderte von Leute
kamen laufend
die Treppe hinunter,
und Klaus und Heinz
wussten überhaupt nicht
was zu tun.

Dann plötzlich hörten sie
Grossmutters Stimme.
Wie war sie hergekommen?

Aber sie ging zu den Jungen
und sagte:
„Jetzt gehen wir zu Hause.
Ihr folgt mir.
Und erinnnert euch:
Von heute gehe ich zu Schule mit Ihr,
und ich bleibe in der Klasse
den ganzen Tag.
Versteht Ihr?"

Alle Leute lachten,
und Klaus und Heinz
fühlten deutlich,
wie peinlich die ganze Sache war.

Trotzdem sagte Klaus:
„Vielleicht bist du,
die beste Grossmutter,
die man sich vorstellen kann!"

„Vielleicht,"
sagte Grossmutter fragend.

„Nein, nein," rief Heinz.
„Du bist die beste auf der Welt.
Für immer –
denn du hast uns gerettet."

Wenn die Polizei später ankam,
war alles in Ordnung,
und Klaus sagte leise:
„Eine Grossmutter ist besser
als die ganze Polizei."


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